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Change Management in Rechtsabteilung| Lexemo Blog

Hananeh Shahteimoori 10 Min. Lesezeit
Change Management in Rechtsabteilung| Lexemo Blog

Die Rechtsbranche durchläuft eine bedeutende digitale Transformation, wobei künstliche Intelligenz (KI) und Legal Technology eine zentrale Rolle bei der Modernisierung der Abläufe spielen. Dieser Wandel verändert die Art und Weise, wie Rechtsdienstleistungen erbracht werden, steigert die Effizienz und verbessert das Kundenerlebnis. Wenn Kanzleien und Rechtsabteilungen digitale Lösungen einführen, stehen sie vor der Herausforderung, den Wandel in traditionell konservativen Umgebungen effektiv zu gestalten.

Die Integration von KI in die Rechtspraxis ermöglicht schnellere Dokumentenprüfung, genauere Vertragsanalyse und prädiktive Analysen für Fallausgänge. Die Einführung dieser Technologien erfordert jedoch sorgfältige Change-Management-Strategien, um Widerstände zu überwinden und eine erfolgreiche Implementierung sicherzustellen. Legal Operations Manager stehen an der Spitze dieser Transformation und sind dafür verantwortlich, Workflows zu optimieren, neue Technologien einzuführen und eine Innovationskultur zu fördern.

Da sich der Rechtssektor weiterentwickelt, wird der Fokus auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Entwicklung spezialisierter Rollen wie Legal Engineers immer wichtiger. Diese digitale Revolution verspricht nicht nur gesteigerte Effizienz, sondern wirft auch Fragen zu Datenschutz, ethischen Überlegungen und der Notwendigkeit neuer regulatorischer Rahmenbedingungen für KI in der Rechtspraxis auf.

Um diese Themen näher zu beleuchten, haben wir ein Gespräch mit Lena O’Brien geführt, um ihre Einblicke zum Change Management in Legal Operations zu diskutieren.

Könntest du dich bitte vorstellen und uns einen kurzen Überblick über deinen Karriereweg geben?

Lena O’Brien: Natürlich. Ich bin derzeit Legal Operations Managerin bei Symrise, einem globalen Chemieunternehmen, das sich auf Düfte, Aromen sowie Lebensmittel- und Getränkelösungen spezialisiert hat. Wir stellen wesentliche Komponenten für alltägliche Produkte her, obwohl wir hauptsächlich im B2B-Bereich tätig sind, sodass unser Name außerhalb der Branche möglicherweise nicht sehr bekannt ist. Unsere Produkte sind Teil des täglichen Lebens und werden etwa 30 bis 40 Mal am Tag in verschiedenen Formen verwendet, von Getränken bis hin zu Reinigungsprodukten. Vor Symrise habe ich in den Legal-Technology-Abteilungen einer Wirtschaftskanzlei und einer Verbraucherkanzlei gearbeitet.

Lena O’Brien: Meine Rolle umfasst die Überwachung der Prozesse und der digitalen Transformation unserer Rechtsabteilung. Dazu gehört die Optimierung von Workflows und die Integration von Legal-Tech-Lösungen, um sicherzustellen, dass unsere Abteilung effizient und auf dem neuesten Stand moderner digitaler Standards ist. Wir kümmern uns um Verträge, organisatorische Angelegenheiten und alle auftretenden rechtlichen Fragen. Mein Fokus liegt darauf, unsere rechtlichen Prozesse durch Digitalisierung effizienter zu gestalten – etwa mit Tools wie Automate2Launch – und sicherzustellen, dass wir in einem sich schnell verändernden Umfeld wettbewerbsfähig bleiben.

Lena O’Brien: Die Digitalisierung im Rechtsbereich ist aufgrund des natürlichen Widerstands gegen Veränderungen herausfordernd. Anwälte sind oft mit traditionellen Methoden vertraut. Legal Tech zu nutzen ist jedoch entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unsere Bemühungen konzentrieren sich darauf, Prozesse zu optimieren und sicherzustellen, dass unser Rechtsteam die neuesten Technologien effektiv nutzen kann. Beispielsweise verläuft die Einführung digitaler Signaturen in Deutschland langsam, teilweise aufgrund strenger gesetzlicher Anforderungen für physische Unterschriften bei wichtigen Dokumenten.

Kannst du einige Einblicke in die Change-Management-Projekte teilen, an denen du beteiligt warst?

Lena O’Brien: Change Management in Legal Operations bedeutet, sowohl die technologischen als auch die psychologischen Aspekte des Wandels zu managen. Ein bedeutendes Projekt vor meiner Zeit bei Symrise beinhaltete die Integration genderneutraler Sprache in unsere Kommunikation. Dies erforderte verschiedene Optionen und Schulungen für die Mitarbeiter, um eine reibungslose Einführung zu gewährleisten. Einige Leute waren trotzdem gegen die Veränderung, und das wird immer passieren. Ein weiteres Beispiel ist unser Bemühen, rechtliche Workflows zu digitalisieren und zu optimieren, was erhebliche Schulung und Unterstützung erforderte, um Widerstände zu überwinden. Der Schlüssel ist, realistische Erwartungen zu setzen und sich auf die positiven Aspekte des Wandels zu konzentrieren.

Was sind die größten Herausforderungen, denen du im Change Management begegnest?

Lena O’Brien: Eine der größten Herausforderungen ist der menschliche Aspekt. Menschen widersetzen sich natürlich Veränderungen, und das ist in der Rechtsbranche nicht anders. Effektives Change Management erfordert das Verständnis dieser psychologischen Barrieren und deren proaktive Bewältigung. Es geht darum, die richtigen Erwartungen zu setzen und sich auf die Vorteile statt auf die Nachteile zu konzentrieren. In Deutschland stellen beispielsweise die ältere Belegschaft und strenge gesetzliche Anforderungen erhebliche Hürden für die Digitalisierung dar, ebenso wie die langsame Anpassung digitaler Workflows in deutschen Behörden.

Lena O’Brien: Die Zukunft liegt in größerer Interdisziplinarität und Zusammenarbeit. Rechtsabteilungen müssen sich enger mit der IT und anderen Bereichen integrieren, um Expertise aus verschiedenen Feldern zu nutzen. Dies wird helfen, innovativere Lösungen zu schaffen und in einem wettbewerbsintensiven Umfeld die Nase vorn zu haben. Ich glaube, dass mit dem Aufkommen weiterer Legal-Tech-Rollen, wie Legal Engineers und Legal Operations Specialists, eine bedeutende Verschiebung hin zu einer digitalisierten und effizienteren Rechtslandschaft stattfinden wird. In Deutschland wird die Überwindung kultureller Widerstände und regulatorischer Barrieren entscheidend sein.

Lena O’Brien: Ich bin begeistert von dem Potenzial von KI und maschinellem Lernen, Prozesse zu revolutionieren und Rechtsexperten noch effizienter und zukunftsorientierter zu machen.

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